Mittwoch, 27. Mai 2015

Meinung: Mythologie - diese Mutanten und Drachen kommen nicht von irgendwo, oder?

Ein von mir gezeichneter Drache

Drachen, Mischwesen, Mythologie: Wunder und ziemlich verworrene Rätsel

Eine Vorstellung im Kopf: ihr seid Zuschauer einer angesagten Show, in der ein glitzernd gestylter Moderator im violetten Pailettenanzug etwas präsentieren will. Stellt euch einfach Caesar Flickermann vor, den aus dem Kapitol in Panem. Nun also kommen die Präsentationen - hinter Vorhang Nr. 1 ist ein brüllender Löwe, aus dessen Körpermitte eine Ziege wächst und am Hintern ringelt sich eine zischende Schlange. 
Vorhang Nr. 2 - ein niedlicher Basilisk, mit dem Oberkörper eines böse starrenden Hahnes und dem Hinterleib einer Schlange. 
Niedlich? Streichen wir das. Niedlich, total un-niedlich. Scheußlich, aber faszinierend auf eine groteske Art.
Und so geht es weiter: Monster, Ungeheuer und Mischwesen. All die krassen Unterschiede bei deren Gestalten mit 1A-Qualitätssiegel garantieren, dass der normale Mensch nach einiger Zeit echt nicht mehr weiß, ob er selbst Männchen oder Weibchen ist. Malen wir unsere Vorstellung dieser Show weiter, als - krach! - alles einstürzt, Feuer fängt und der geflügelte Umriss eines windpeitschenden Drachens den Himmel erfüllt.
Durchblättert man flüchtig ein Lexikon über weltweite Mythologie, stechen immer gewisse Übereinstimmungen ins Auge. Frauen mit wunderschönen Stimmen, spitzen Zähnen und Fischleibern überfallen Seefahrer und es gibt geflügelte Menschen oder solch Menschen, die zur Hälte mit Tieren verwachsen sind. Recht wild, hm? So interessant für manche Leute die Mythologie ist (manche finden diese Wissenschaft auch sehr langweilig, wie etwas für Märchenonkel; stimmt aber nicht!), immer breitet sich bei mir eine gigantische Frage im Kopf aus: woher kommen diese fantastischen Vorstellungen aus den Zeiten, bevor wir Menschen überhaupt wussten, dass die Erde rund ist und alles aus Atomen besteht?

Diese Frage ist bei mir nicht so wie die Erschaffung der Athene, die ursprünglich eine Idee vom griechischen Göttervater Zeus war. Athene wurde ja dann von Hephaestus mit einem Beil aus dem Zeus'schen Kopf gehackt, fast als hätte Zeus gesagt: ,,Gott der Schmiedekunst, ich hab' da eine Göttin im Kopf. Skalpier mich doch mal, bitte, sei so lieb!"
Nein, ich drifte ab. Zu viel Rick Riordan gelesen ... Wie dem auch sei, ich frage mich immer, woher diese fantastischen Kreaturen der Mythenwelt gekommen sind. Pure Fantasie? Oder auch genetisch abartige Mutanten, bei denen alles Menschliche aus den Fuge gebracht wurde, worauf diese Mythenwesen entstanden? Was weiß ich, interessant wäre es aber zu wissen. Dann könnte man so viele Fragen unter Dach und Fach bringen, die Kulturwissenschaftler und Hobbylaien - wie mich -  beschäftigen.

Vielleicht ist die übernatürliche Mythologie wirklich nur ein riesiger, uralter Cocktailbecher, in dem die menschliche Fantasie die wildesten Vorstellungen zusammenmixte. Dieses Mischmasch sahen unsere längst zu Staub verfallenen Vorfahren prüfend an, klopften sich zufrieden auf die Schultern und waren total am jubelnden Abkreischen. Vielleicht sprangen sie danach im Kreis herum und schrieen begeistert: ,,Jippie! Wir haben die griechische/ germanische/ slawische/ atzektische/ iranische/ baskische/ ... Mythologie entdeckt!"
Außerdem will ich noch die heißesten, mächtigsten, größten Kreaturen der Fantasie erwähnen - Drachen. Hey, jeder mag doch Drachen, das ist eine faszinierende Tatsache. Lindwurm, Tatzenwurm, Drache, Drakon, Mushussu (sumerisch mush-hush wie ,,feuerroter Drache") ... all die Namen des Drachens aufzulisten wäre so anstrengend, wie jede einzelne Hautpore zu zählen. Was hat es mit dem Motiv des Drachen auf sich, dieses flammende Bild von Macht und Stolz? Wie kommt es, dass überall auf der Erde drachenähnliche Geschöpfe in Legenden und Mythen auftauchen?  High Fantasy-Literatur des 20. und 21. Jahrhundert erweckte wieder die Drachen zum Leben, ebenso die Filmbranche. Die Filme mit Drachen sind kaum überschaubar: "Der Hobbit", "Dragonheart ", "Drachenzähmen leicht gemacht", "Eragon" und viele, viele mehr.
Haben für die Erschaffung des Drachen die alten Mystiker eine klitzekleine Eidechse betrachtet und sich diese anatomisch verändert vorgestellt? Hängen wir da ein paar Flügel dran, machen wir alles um das Tausendfache größer, bauen wir in dem Schlund eine Flammenwerfer ein ... Wie könnte es ein Anatomieexperte erklären, dass europäische Drachen zwei Flügel und vier Gliedmaßen haben, also sechs Extremitäten wie Insekten?
Mythologie ist und bleibt ein Rätsel, welches wir heute nicht lösen können. Es sei denn, man könnte zeitreisen, um in die Vergangenheit zu blicken und selbst zu erfahren, wie die Mythen entstanden sind.

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